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Memet Sahin:

Wir lassen uns unsere Integrationsbemühungen nicht durch Herrn Kessler kaputtmachen!

Thomas Kessler, ehemaliger Drogendelegierter, später Integrationsbeauftragter, heutiger Stadtentwickler hat mal wieder Laut gegeben, in gewohnter Manier, ebenso geschmacklos wie peinlich: „90% der Asylbewerber seien Abenteuermigranten, die Gelegenheiten für Obdach, Essen, Geld, Party mit Alkohol und Frauen suchen“
Solche Rassismen und Sexismen kommen nicht etwa vom Stammtisch der PNOS oder von der SVP, nein hier spricht der Herr „Migrationsexperte“ höchst selbst. Obwohl er eigentlich als Stadtentwickler schon genug umstritten ist, meint er nun auch noch seine gesammelten Weisheiten zum Thema Asyl von sich geben zu müssen.
Rassistische Wortkreationen sind wir mittlerweile gewohnt und da befindet sich Herr Kessler durchaus in illusterer Gesellschaft. Der ehemalige Bundesrat Arnold Koller sprach zum Beispiel seinerzeit von „Kriminaltouristen“ und er meinte damit Flüchtlinge. Nun also „Abenteuermigranten“. Gratulation zu ihrer literarischen Schöpfungskraft, Herr Kessler, vielleicht schaffen sie es damit zum Unwort des Jahres!
Schlimm daran ist nicht nur Herr Kesslers Meinung, die ist uns hinlänglich bekannt. Das haben wir uns weder eingebildet noch aus den Fingern gesogen. In einer Gratiszeitung des Jahres 2004 verkündete Herr Kessler damals nämlich: „Wenn eine Person aus einem ländlich-patriarchalen Umfeld stammt ist es wahrscheinlicher, dass sie in Krisen gewalttätig wird. Diese Herkunft trifft oft auf Personen aus der Osttürkei und dem albanischsprachigen Raum zu (…)“
Meinen Brief, in dem ich Herrn Kessler damals aufforderte, sich bei der betroffenen Migrationsbevölkerung für diese Aussage zu entschuldigen und diese Aussage zurück zu ziehen, beantwortete er mit einer Mail: Seine für mich skandalösen Aussagen seien „wissenschaftlich“ bewiesen!
Daraufhin blieb mir nichts anderes übrig, als den rassistischen Aussagen des Herrn Kesslers in Form eines Forumsartikels in der BaZ entgegenzutreten.
Dies sind jedoch beileibe nicht die einzigen verbalen „Ausrutscher“ von Thomas Kessler. So meinte er zum Beispiel an einer Veranstaltung im Jahre 2006 im Basler Gewerkschaftshaus zum Thema Integration sinngemäss „er lasse sich die Integrationsbemühungen nicht durch ein paar schwarze Drogendealer kaputtmachen“. Solch diskriminierende Aussagen sind offenbar zum Markenzeichen des Basler „Migrationsexperten“ geworden!
Dass ein Mann mit einer derartigen Gesinnung als „Integrationsexperte“ gilt, ist für uns skandalös und es ist für uns unverständlich, dass ein solcher Mann das Vertrauen von Regierungspräsident Guy Morin besitzt.
Dank seinen provokativen Thesen gelte Herr Kessler nun als einer der profiliertesten Schweizer Migrationsexperten, war zu lesen. Das stimmt natürlich so nicht. Jemand der systematisch und über Jahre hinweg Menschen anderer Herkunft diffamiert, kann kein Migrationsexperte sein. Höchstens ein „Experte“ im Sinn der SVP und allem was noch weiter rechts davon ist: „Passt euch an bis zur Selbstverleugnung oder verschwindet“! Wenn es denn ein Tabubruch sein soll, andere Menschen pauschal zu beleidigen, dann sollen sich Herr Kessler und Gleichgesinnte eines zu Herzen nehmen: Nicht das Boot ist voll, aber das Fass der rassistischen Unverschämtheiten ist am überlaufen! Es reicht! Nicht nur die „Linken und Netten“ haben langsam genug von der alltäglichen Hetze, nein in breitesten Teilen der Bevölkerung wird solches je länger je mehr durchschaut und verabscheut.
Das Thomas Kessler die Grösse hat, sich doch noch für seine skandalösen Äusserungen zu entschuldigen wagen wir nicht zu hoffen. Der BaZ entnehmen wir denn auch lapidar „er stehe für keine weiteren Fragen zur Verfügung. Christoph Blocher, dessen Gedankengut Herr Kessler offenbar adoptiert hat, meinte vor Kurzem kryptisch, es gäbe eine Zeit zum Reden und eine Zeit zum Schweigen, jetzt sei für ihn die Zeit zu Schweigen.
Es wäre wünschenswert, wenn Leute wie Herr Blocher, Herr Kessler und Gleichgesinnte sich diese Maxime vermehrt zu Eigen machen würden. Mit einem kleinen Zusatz allerdings: Wenn sie die Zeit zum Reden für gekommen halten, sollen sie trotzdem schweigen! Niemand wird das latent rassistische, pseudo- wissenschaftliche und undifferenzierte Gerede vermissen, welches zurzeit als bare Münze genommen wird, bloss weil es von einem ehemaligen Integrationsbeauftragten kommt. Die aufrichtigen Integrationsbemühungen an denen verschiedene Institutionen unter anderem auch der Verein Regenbogen seit Jahren arbeiten, werden durch solche Angriffe torpediert und sabotiert. Dies nützt weder der einheimischen noch der Migrationsbevölkerung. Herr Kessler hat sich mit seinen Aussagen selbst disqualifiziert und ist als Integrationsexperte vollends unglaubwürdig geworden.




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